Psychotherapie darf nicht jeder anbieten

Was Psychotheapie ist, regelt das Psychotherapeutengesetz (PsychoThG).
In §1 (3) PsychoThG steht:

Ausübung von Psychotherapie im Sinne dieses Gesetzes ist jede  mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren  vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist. Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung ist eine somatische Abklärung herbeizuführen. Zur Ausübung von Psychotherapie gehören nicht psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben.

Quelle: Psychotherapeutengesetz vom 1. Januar 1999

Wichtig ist das Verständnis, dass das Psychotherapeutengesetz nur für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten gilt. Für alle anderen gilt das Heilpraktikergesetz.

Damit von Psychotherapie im Sinne des Gesetzes gesprochen werden kann, müssen somit 4 Kriterien erfüllt sein.

1. die psychotherapeutische Methode muss wissenschaftlich anerkannt sein.
2. der Therapeut muss eine Feststellung, Heilung oder Linderung einer psychischen oder seelischen Störung anstreben
3. Die Störung, die der Betroffene behandeln lässt, muss eine Störung mit Krankheitswert sein. D.h. , dass die Symptome in einer Diagnose nach ICD-10 münden müssen.
4. Der Anbieter einer Tätigkeit muss ärztlicher oder psychologischer Psychotherapeut sein.

Psychotherapie ist somit kein allgemeingültiger Begriff. Es muss vielmehr als eine heilkundliche Dienstleistung verstanden werden, die von einer bestimmten (universitären) Berufsgruppe angeboten wird.

Wer nicht zu dieser Begufsgruppe gehört, der muss seine Therapie anders nennen, z.B. als holistische oder ganzheitliche Psychotherapie bezeichnen. Diese Berufsgruppe fällt dann unter das Heilpraktikergesetz.

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